Mangelernährung im Alter – keine Seltenheit

Mangelernährung im Alter – keine Seltenheit
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Wenn man sich „aktive & jung gebliebene“ Senioren vorstellt, denkt man in der Regel nicht an eine Mangelernährung - dem Ernährungsrisiko im Alter. Aber die Gruppe der über 65-Jährigen ist sehr heterogen. Neben den vielen fitten und noch rüstigen Senioren, die sich selbständig versorgen, gibt es auch eine steigende Anzahl von Menschen, die hilfs- oder pflegebedürftig sind. Der Ernährungszustand dieser Menschen unterscheidet sich häufig genauso wie deren Lebenssituation. Eine Mangelernährung ist verschiedenen körperlichen Veränderungen geschuldet, die durch den normalen Alterungsprozess bedingt und/oder teilweise auch durch eine Krankheit begründet sind.

Der Alterungsprozess

Der Alterungsprozess ist ein physiologischer Prozess, der mit der Geburt beginnt und durch den Tod beendet wird. Dieser Prozess wird durch körpereigene und äußere Faktoren beeinflusst und betrifft den gesamten menschlichen Organismus. Bisher geht die Forschung davon aus, dass die individuelle genetische Veranlagung nur etwa zu einem Viertel bestimmt, wie wir altern. Der Rest wird bedingt durch den individuellen Lebensstil und verschiedene externe Faktoren. Durch den Prozess des Alterns, treten verschiedene Veränderungen auf, beispielsweise bezogen auf die Körperzusammensetzung, auf Verhaltensweisen, oder auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die die Nahrungsaufnahme und somit den individuellen Ernährungszustand beeinflussen.

Altersbedingte Veränderungen & Mangelernährung

Körperzusammensetzung

Mit den Jahren verändert sich die Zusammensetzung des menschlichen Körpers. Die Muskulatur wird mit steigendem Alter allgemein langsamer aufgebaut als in jungen Jahren, dafür wird vermehrt Fett eingelagert, so dass sich insgesamt der Wasseranteil und die Muskelmasse verringern, der Körperfettanteil hingegen steigt. Diese Entwicklung beschleunigt sich mit zunehmendem Alter und führt dazu, dass der Körper einen geringeren Energiebedarf (Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß) aufweist, hingegen Vitamine und Mineralstoffe in gleichbleibender u.U. sogar in erhöhter Menge nötig sind.

Altersanorexie und geringes Durstempfinden

Altersbedingte Veränderungen im Hormonhaushalt, eine langsame Magenentleerung und eine zügige Ausschüttung von Sättigungshormonen führen dazu, dass das Hunger- Sättigungsgefühl gestört ist und nicht mehr bedarfsgerecht funktioniert. Ebenso verhält es sich mit dem Durstempfinden. Ältere Menschen nehmen häufig zu wenig Flüssigkeit zu sich. Manche müssen das Trinken regelrecht trainieren.

Veränderte Sinneswahrnehmungen und reduzierte Kauleistung

Eine abnehmende Geruchs- und Geschmackswahrnehmung, lässt Speisen häufig fade schmecken. Aufgrund eines verminderten Sehvermögens werden Speisen möglicherweise nicht mehr als ansprechend wahrgenommen oder sogar teilweise nicht mehr als solche erkannt. Wenn in Kombination dazu der Zahnstatus schlecht ist, kann es dazu kommen, dass Essen Schmerzen verursacht. Der Appetit und die Lust am Essen sinken bzw. verschwinden.

Gefahr: Mangelernährung

Diese physiologischen Veränderungen haben verschiedene Auswirkungen auf den Appetit und das Ernährungsverhalten von Menschen. Häufig führt ein geringer Energiebedarf, der Appetitverlust und körperliche Beeinträchtigungen dazu, dass Menschen zu wenig Nährstoffe aufnehmen, so dass eine Mangelernährung droht.

Neben diesen Alterserscheinungen treten häufig aber auch Krankheiten und krankheitsbedingte Folgen auf, die zusätzlich das Risiko einer Mangelernährung erhöhen. Chronische Krankheiten beinhalten beispielsweise eine verminderte Nährstoffabsorption, Schluckstörungen (Dysphagie) treten infolge von Schlaganfällen auf, ebenso beeinflussen Krankheiten wie Demenz, Depressionen oder Störungen der oberen Extremitäten die Nahrungsaufnahme.

Eine Mangelernährung ist damit verbunden, dass ein Nährstoffmangel zu Veränderungen von Körperfunktionen führt. Krankheiten können sich dadurch weiterentwickeln, was in Folge einer Heilung oder Besserung entgegensteht. Eine ausreichende und individuell adäquate Ernährung ist wichtig, dass körperliche und auch mentale Funktionen erhalten bleiben.

Ernährungsrisiken vorbeugen

Um einer Mangelernährung vorzubeugen bzw. diese zu therapieren, empfehlen sich neben Ess- und Trinkhilfen auch spezielle Trinknahrungen und eine entsprechende Kontrolle der Nahrungsaufnahme sowie des Ernährungszustandes. Ein Ernährungsplan sollte indikations- und situationsbedingt spezifiziert werden.

Im Falle von Kau- und Schluckstörungen kann über die jeweilige Konsistenzform der Speisen erreicht werden, dass die Nahrungsaufnahme erleichtert, bzw. ermöglicht wird. Die Nahrungskonsistenz kann den individuellen Kau- und Schluckfähigkeiten angepasst werden.

Andickungsmittel - Mangelernährung bei Dysphagie vorbeugen Andickungsmittel - Mangelernährung bei Dysphagie vorbeugen Andickungsmittel - einer Mangelernährung bei Dysphagie vorbeugen

Ess- und Trinkhilfen erleichtern bzw. ermöglichen Menschen mit Beeinträchtigungen der oberen Extremitäten oder beispielsweise Patienten mit Alzheimer die Nahrungsaufnahme.

Verstellbarer Löffel - Esshilfen, um einer Mangelernährung vorzubeugen Trinkhilfen, um einer Mangelernährung vorzubeugen Trinkhilfen, um einer Mangelernährung vorzubeugen

Es gibt eine breite Palette an Trinknahrungen, die unterschiedlich konzipiert sind. Indikationsbedingt können sie Menschen ergänzend oder ausschließlich mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgen.

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