Speikind gleich Gedeihkind?! Ursachen und Tipps

Speikind gleich Gedeihkind?! Ursachen und Tipps
5 (100%) 7 votes
Foto: © Аrtranq - Fotolia.com

Speikinder sind Gedeihkinder… sagt der Volksmund. Aber was ist eigentlich ein "Speikind"? In unserem neuen Beitrag geht es um „Spei“- oder sogenannte „Spuckkinder“, um Ursachen für das Spucken und um hilfreiche Tipps für den Alltag.

Speikind – was ist damit gemeint?

Sie haben ihr Baby gerade gefüttert (gestillt, oder ihrem Baby die Flasche gegeben) und schon spuckt es „gefühlt“ mehr als die Hälfte der Nahrung wieder heraus. Meist ist die erste Frage, die Eltern beschäftigt, ob noch genügend im Bauch des Babys verblieben ist… oder ob eventuell nachgefüttert werden sollte? Spuckt ihr Baby häufiger, kommen schnell Unmengen an schmutziger Wäsche dazu und irgendwann auch die Frage, ob das Baby wirklich gesund ist, oder ob womöglich etwas anderes dahinter steckt. Gerade wenn es sich um das erste Kind handelt, sind Eltern schnell verunsichert.

Dabei ist das Spucken von kleinen Nahrungsmengen nach der Nahrungsaufnahme in der Regel harmlos und natürlich. Bei vielen Säuglingen schwappt teilweise die aufgenommene Milch, bedingt durch einen noch nicht ausgereiften Magenschließmuskel direkt nach der Mahlzeit wieder heraus (Reflux). Gerade wenn Babys größere Mengen sehr hastig trinken, gibt der Körper den Teil der Milchmahlzeit wieder ab, der „zu viel“ war. In der Regel ist diese Situation im Alter von 3 Monaten am stärksten ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter ab, vor allem wenn die Nahrung umgestellt wird und ein Baby feste Nahrung sogenannte Beikost erhält, bzw. alt genug ist um zu sitzen, spuckt es weniger.

Solange ein (Spei-)Kind an Gewicht zunimmt, besteht kein Anlass zur Sorge für die Eltern. Auch zusätzliche Portionen sind in der Regel nicht nötig, denn meist täuscht der Eindruck: Oft ist es etwa nur ein Teelöffel der Milchnahrung, der wieder herausgespuckt wird. Durch den Speichel sieht die Menge dessen nach deutlich mehr aus, als es tatsächlich ist.

Wenn das häufige Spucken allerdings davon begleitet wird, dass sich das Gewicht des Kindes nicht entsprechend entwickelt, sollte direkt ein Arzt aufgesucht werden.

Tipps für den Alltag mit einem Speikind:

Vor/Während des Fütterns:

  • Es gibt sogenannte Anti-Reflux-Babynahrung, die deutlich sämiger ist als andere Nahrung und in Absprache mit ihrem Kinderarzt zur ausschließlichen Ernährung geeignet ist.

AR nahrung Speikind                     ar-nahrung Speikind                           ar-nahrung Speikind

  • Sie können vor und während der Milchmahlzeit das Kind aufstoßen lassen - auch mehrmals - damit sich im Magen keine Luft befindet.
  • Achten Sie darauf ihr Baby möglichst aufrecht zu füttern.
  • Wenn Sie ihrem Baby die Flasche geben, beachten Sie, dass die Größe des Saugers bzw. des Saugerlochs auf die jeweilige Nahrung bzw. das Alter ihres Kindes abgestimmt ist.
  • Beim Stillen ist zu beobachten, dass gerade zu Beginn des Stillens die Brust so voll ist, dass die Milch herausspritzt. Bevor Sie ihrem Baby in diesem Fall die Brust geben, können Sie durch vorheriges kurzes Ausstreichen der Brust verhindern, dass sich ihr Baby verschluckt.
  • Eine möglichst ruhige und entspannende Atmosphäre kann ihr Baby während des Trinkens beruhigen und somit einem zu hastigen Trinken zumindest vorbeugen. Außerdem sorgt eine angenehme, stressfreie Umgebung und Situation auch dafür, dass sie entspannter sind.
  • Achten Sie darauf, ihrem Baby nicht zu viel Milch zu geben.

Nach dem Füttern:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig das Gewicht ihres Babys.
  • Vermeiden Sie Liegen, Schaukeln oder Tragen im Tragetuch bzw. möglichst alles was Druck auf den Magen erzeugen kann, direkt nach der Mahlzeit.
  • Es kann helfen, das Baby leicht erhöht zu legen, damit es nicht bzw. weniger spuckt.

Wann sollten Sie ihren Kinderarzt konsultieren?

  • Wenn ihr Baby nicht stetig zunimmt.
  • Wenn das Speien über ein „Normalmaß“ hinausgeht, soll heißen, dass das Baby die Nahrung nach jeder Mahlzeit schwallweise wieder herausspuckt und auch sonst keinen zufriedenen Eindruck macht.
  • Bei einem „Speikind“ kann es u.U. dazu kommen, dass die Speiseröhre angegriffen wird. Dies kann zu Schmerzen und Schluckproblemen führen, die von einem Kinderarzt abgeklärt werden sollten.

...stimmt nun „Speikinder sind Gedeihkinder“?

Bei einem Speikind sind zumindest die Voraussetzungen für eine gute Entwicklung durchaus gegeben, da der Magen soweit gefüllt wird, dass er übervoll ist und Teile wieder abgibt...

Aus rein persönlicher Erfahrung kann ich zum Thema Speikind sagen: es geht vorbei, die Wäscheberge nehmen ab (gut zwischenzeitlich nehmen sie auch mal wieder zu…) und ein „Speikind“ gedeiht wirklich prächtig!

Mit ein bisschen Geduld, entsprechender Organisation (halten Sie viele Baumwolltücher bereit) und unseren Tipps, wird aus ihrem „Speikind“ sicherlich auch ein „Gedeihkind“….

email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.